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auch Chubu Shorin-ryu oder nach Shimabukuro Zenpo Seibukan-ryu ist die Weiterfolge von Shimabukuro Zenryos Shorin-ryu, und eine Fortsetzung von Kyan Chotokus Sukunai Hayashi-ryu. Chubu Shorin-ryu bedeutet “Schule des mittleren Pinienwaldes”. Im Mai 1960 schloß sich Shimabukuro Zenryo der All Japan Karate-do Federation an und wurde Präsident der okinawanischen Hauptstelle. Nakazato Joen wurde Vizepräsident, Nakamura Shigeru, Kaneshima Shinsuke und Yonaha Seiyu saßen im Beirat. Doch nur nach zwei Jahren entstanden Streitigkeiten mit den Japanern und man gründete 1962 auf Okinawa unter derselben Leitung die Okinawa Karate-do United Association. Diese Organisation hatte 12 prominente Sensei als Instruktoren, darunter Odo Seikichi, Kise Fusei, Oyata Seiyu und Kuda Yuichi. Das Ziel war, den alten kämpferischen Geist des Okinawa-Karate zu bewahren. Daher wurde mit Bogu (Schutzausrüstung) im Fullcontact-Modus gekämpft.

1967 organisierte sich Shimabukuros Shorin-ryu zusammen mit dem Shorinji-ryu (Nakazato Joen), dem Kobayashi-ryu (Chibana Shoshin), dem Matsubayashi-ryu (Nagamine Shoshin), dem Goju-ryu und dem Uechi-ryu in der Zen Okinawa Karate Renmei (All Okinawa Karate-do Federation), die von Nagamine Shoshin geleitet wurde. Die Großmeister beschlossen, die Mitgliedsstile des Shorin in zwei geographische Abteilungen aufzuteilen. Nakazatos Shorinji-ryu gehörte zum südlichen Zweig (Nanbu Shorin-ryu), und Shimabukuros Stil (damals nur Shorin-ryu genannt) wurde als mittlerer Stil (Chubu Shorin-ryu) bezeichnet. Doch als Nakamura und Shimabukuro 1969 starben, gingen ihre Schüler wieder eigene Wege. 1971 verbanden sich der Nanbu- und Chubu-Zweig zur Chubu Shorin-ryu Karate-do Kyokai (Chubu Karate-do United Association) und bildeten eine unabhängige Gruppe zur Hauptorganisation, die von Kochi Katsuhide und Kinjo Chisaku geleitet wird. Technische Leiter sind Aragaki Seiki (Matsumura-Seito), Kaneshima Shinsuke (Tozan-ryu) und Nakazato Joen (Shorinji-ryu).
Doch auch diese Vereinigung währte nicht lange, die Großmeister trennten sich und gingen ihre eigenen Wege. Nach der Abspaltung des Matsumura-Seito, des Tozan-ryu und des Shorinji-ryu übernahm Kochi Katsuhide die Leitung der neugegründeten Chubu Shorin-ryu Karate-do Association und benannte den Stil als Chubu Shorin-ryu. Zenryos Sohn, Shimabukuro Zenpo, sowie Chinen Kosuke, Tomei Yushin und Yonamine Masao wurden ebenfalls Mitglieder.
Ein wichtiger Großmeister des Stils ist Shimabukuro Zenpo, der seine eigene Auffassung nach dem Namen seines Dojo wieder Seibukan-ryu nennt. Die Kata des Stils sind Pinan (1 – 5), Naihanchi (1 – 3), Wanshu, Passai, Gojushiho, Chinto, Seisan, Kushanku und Ananku. In Europa wird der Stil als Shorin-ryu Seibukan von Measara Jamal im DKV vertreten.

Shimabukuro Zenryo – Zenryo (1904-1969) ist ein weiterer der Shimabukuro-Brüder, der sich als okinawanischer Kampfkunstexperte durch seine Karate-Auffassung Seibukan ryu einen Namen gemacht hat. Der Stil ist eine Ableitung aus Chotoku Kyans Sukunai Hayashi ryu, dem Zenryo Shimabukuro lange Zeit in der Organisation des Chubu Shorin-ryu vorstand.
Da Zenryo aus einer armen Familie stammte, konnte er sich seinen Wunsch, Karate zu lernen, erst spät erfüllen. Sein erstes Dojo errichtete er in Naha und nannte seinen Stil ursprünglich Shorinji ryu. Mit 25 Jahren eröffnete er in Chatan-cho eine Bäckerei und begann gleichzeitig bei Chotoku Kyan Unterricht zu nehmen. Unter Kyan übte er von 1928 bis 1944 das Sukunai Hayashi ryu, wonach er selbst Unterricht gab. Erst 1962 baute er auf Okinawa (Jaguro) sein eigenes Dojo, das er Seibukan (Schule der heiligen Kunst) nannte, und bezeichnete seinen Stil als Chubu Shorin ryu. 1964 verlieh ihm die All Japan Karate-do Federation den 10. Dan im Karate. Meister Shimabukuro starb am 14.10.1969 an einem Blinddarmdurchbruch.
Heute wird das Hombu-Dojo in Chatan auf Okinawa von seinem Sohn Shimabukuro Zenpo geleitet. Weitere bedeutende Schüler des Meisters (Tomei Yushin, Chinen Kosuke, Kochi Katsuhide, Yonamine Masao, Isamu Tumotsu in Osaka, sein Neffe Zenji Edward Takae in den USA, Measara Jamal in Deutschland u.a.), sorgen für die weltweite Verbreitung des Shorin ryu Seibukan Karatedo.

Shimabukuro Zenpo – begann mit dem Karatetraining im Alter von 10 Jahren unter seinem Vater Zenryo. Zwischen 1963 und 1966 unterrichtete er in Pennsylvania/USA und baute dort 9 Clubs auf, von denen sich einer in Mexiko befand. 1975 besuchte er seine amerikanischen Niederlassungen und kam enttäuscht nach Okinawa zurück. Er nahm damals öffentlich Stellung und kritisierte den weltweiten Trend zur Kommerzialisierung des Karate hart: “Die meisten Karate-Lehrer haben keine Disziplin. Sie denken nur an Wettkampf und Profit. Ein Karate-Lehrer muß einen guten Charakter haben und seine Schüler auf den Weg führen.”
Seine aufsehenerregende Kritik verschonte auch die okinawanischen Großmeister nicht, die er für die weltweite Ehrlosigkeit des modernen Karate mitverantwortlich machte. Er bezichtigte manche Großmeister der Korruption und der Gewinnsucht, weil sie amerikanische GIs gegen Bezahlung in nur zwei Jahren zu hohen Dangraduierungen bringen, um dadurch die Kontrolle über das amerikanische Karate zu erlangen. Er nannte Namen, wie den von Nagamine Shoshin, dem er vorhielt, daß er täglich ganze Busladungen japanischer Touristen gegen Bezahlung in sein Dojo brachte und seine Schüler – statt sie zu unterrichten – Demonstrationen vorführen ließ. Oder Higa Yuchoku, dem er vorwarf, Karate zu benutzen, um seine politische Macht zu steigern.
Shimabukuro ist strikt gegen jede große Organisation und behauptet, daß die Bürokratie dieser Instititionen das persönliche Wertgefühl der Mitglieder tötet und zu einer automatischen Selbstucht im Erreichen egoistischer Ziele führt. “Karatevereinigungen müssen Familien sein”, sagt er, “und von Meistern geführt werden, die das Gute im Menschen bewirken. Sobald sie zu Föderationen werden, stirbt jeder Wert – Gewinnsucht und Profit stehen im Vordergrund.”
Shimabukuro unterrichtet heute im Seibukan (Ort der heiligen Kunst) und ist ein Anhänger der strikten Auslese von Schülern. “Warum”, sagt er, “soll ich Schüler unterrichten, die mich nachher auf der Straße treffen und so tun, als würden sie mich nicht kennen? Warum soll ich meinen Körper und meinen Geist für Schüler opfern, die, nachdem sie alles genommen haben, diese für jeden Lehrer herzbrechende Situation bewirken und Verrat üben? Einen Lehrer sollte man nicht nach der Anzahl, sondern nach der Qualität seiner Schüler beurteilen.” Shimabukuro sieht die beste Methode zur Auswahl seiner Schüler im Freikampf und behauptet, daß die guten und schlechten Eigenschaften eines Schülers dort am besten ersichtlich werden.